Neue Bestimmungen der EU sorgen dafür, dass Vergleichsportale zukünftig mit einem verbesserten Verbraucherschutz aufwarten. Die Beschlüsse sind das Ergebnis langjähriger Verhandlungen, die unter anderem zwischen der Europäischen Kommission, Verbraucherschützern und den Betreibern der Portale geführt wurden. Hierbei einigte man sich auf ein Programm, das insgesamt zehn Punkte umfasst.

Studie untermauert Kritik

Ein Hauptanliegen der neuen Regeln liegt darin, Verbrauchern mehr Transparenz zu bieten. Die Notwendigkeit der Änderungen wurde besonders von Verbraucherschützern betont. Kritiker bekundeten in diesem Zusammenhang vor allen Dingen Zweifel an der Unabhängigkeit der Vergleichsportale, deren Angaben für viele Nutzer heutzutage eine bedeutende Informationsquelle sind.
Als Untermauerung der geäußerten Kritik ist in diesem Zusammenhang eine kürzlich veröffentlichte Studie der Marktwächter Digitale Welt zu bewerten. In dieser Studie wird die Behauptung aufgestellt, dass sich beim Betrachten verschiedener Vergleichsportale zu einem Thema bedeutende Preisunterschiede feststellen lassen. Ferner gibt es laut der Studie Fälle, in denen die auf den Portalen gelisteten Preise deutlich von den tatsächlichen Preisen der Anbieter abweichen. Als Beispiele für solche Fälle wurden die Lufthansa und die Telekom genannt. Hier waren die auf den Portalen genannten Preise zu hoch. Kritik gab es ebenfalls an der Methode der Preisdarstellung. Verbraucherschützer bemängelten vor allen Dingen eine unzureichende Eindeutigkeit. Gerade im Bereich der auf Flugreisen spezialisierten Portale weicht der Endpreis häufig deutlich von zunächst angezeigten Preisen ab. Nach Ansicht der Kritiker erschwert das spätere Hinzufügen verschiedener Aufschläge den übersichtlichen Preisvergleich erheblich.

Mehr Transparenz und eindeutige Angaben

Die neuen Regeln sollen Verbrauchern das Einschätzen der angezeigten Preise und Daten erleichtern. So liegt ein Schwerpunkt zukünftig auf der Objektivität der Suchresultate. Dies bedeutet unter anderem, dass Werbung deutlich als solche erkennbar sein muss. Allgemein soll verstärkt auf aktuelle und korrekte Daten geachtet werden. Solche Anforderungen gelten nicht nur für Preisangaben, sondern beziehen sich ebenso auf verfügbare Mengen.
Einen bedeutenden Unterschied soll es in Zukunft ebenfalls mit Blick auf Nutzerbewertungen geben. Werden Bewertungstexte eingestellt, die aus der Feder bezahlter Autoren stammen, so ist zukünftig eine entsprechende Kennzeichnung erforderlich. Auch die Kommunikation zwischen Nutzern und Portalen soll verbessert werden. Die hierzu erlassenen Richtlinien zielen besonders darauf ab, das Eisenden von Beschwerden zu erleichtern. Eine einfache und übersichtliche Gestaltung der Funktionen soll es darüber hinaus auch unerfahrenen Nutzern gestatten, Vergleichsportale ohne Probleme zu verwenden.

Gesetzeslage in Deutschland wird hinterfragt

Inwieweit es in Deutschland zu Gesetzesänderungen kommen könnte, ist bislang noch nicht geklärt. Eine Studie, die im Auftrag von Minister Heiko Mass durchgeführt wird, soll die Notwendigkeit von Anpassungen erörtern. In diesem Zusammenhang werden laut Bundesministerium auch die neuen EU-Richtlinien berücksichtigt.