Kim Dotcoms Auslieferung an die USA fix

Vor geraumer Zeit machte sich Kim Dotcom wegen seines Unternehmens Megaupload weltbekannt. Durch File-Sharing-Plattform wurden illegal Dateien verbreitet. Die Plattform machte Dotcom gleichzeitig zum Millionär. Nach seiner Festnahme wurde es zunehmend ruhiger um ihn. Doch jetzt beschloss ein neuseeländisches Gericht, dass Dotcom an die USA ausgeliefert werden müsse. Dort drohe ihm wegen Urheberrechtsverletzung eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren.

Gerichtsurteil beschließt Auslieferung an die USA

Wegen Urheberrechtsverletzungen wurde der Deutsche Kim Schmitz alias Kim Dotcom vor einiger Zeit festgenommen. Doch nach seiner Festnahme wurde es ruhiger um den Millionär, welcher durch Megaupload illegal Dateien verbreiten lies. Nun fand eine neunwöchige Anhörung im neuseeländischen Auckland statt. Ergebnis der Anhörung vor Gericht ist eine Auslieferung Dotcoms an die USA. Die Liste seiner Straftaten ist lang: Urheberrechtsverletzungen, Betrug sowie Geldwäsche. In den USA droht ihm somit eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.

Gerichtsentscheidung: Kim Dotcom darf an die USA ausgeliefert werden. (Foto: William Stadtwald Demchick Lizenz: CC BY 3.0

Gerichtsentscheidung: Kim Dotcom darf an die USA ausgeliefert werden. (Foto: William Stadtwald Demchick Lizenz: CC BY 3.0)

Während der Anhörung vor Gericht in Auckland wurde jedoch die Auslieferung nicht sofort entschieden. Zunächst wurde überprüft, ob die Anschuldigungen, welche die US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden vorbrachten, stichhaltig sind. Das Gericht jedoch beschloss nach der wochenlangen Anhörung, dass die Beweislage „überwältigend“ sei. Dotcom bzw. Schmitz hat jedoch das Recht auf Berufung. Das neuseeländische Justizministerium muss jetzt erst mal abwarten, ob Schmitz nicht von seinem Recht gebraucht macht. Dieser allerdings kündigte bereits an, Berufung einlegen zu wollen. Mit diesem Schritt verzögert er seine Auslieferung an die USA und die damit verbundene Haftstrafe.

Dotcom nicht glücklich

Dotcom argumentierte das Gerichtsurteil mit den Worten: „Mein Team und ich haben gerade die Gerichtsentscheidung durchgelesen. Sie ist schwach argumentiert und ein getarntes Weihnachtsgeschenk. Woogoo!“ Wenn nötig, wolle er sogar den Prozess so weit führen, dass er in die letzte Instanz geht. Dotcom argumentierte weiter, dass er weder in den USA gelebt, dort jemals eingereist noch dort ein Unternehmen gegründet habe. Zurzeit feiert Dotcom mit seiner Familie Weihnachten, wie man seinen geposteten Festtagsbildern entnehmen kann. Ebenfalls lies er seine Follower auf Twitter über das Anhörungsergebnis abstimmen. 85 Prozent dieser stimmte, wie Dotcom auch, dem Ergebnis nicht zu.

Millionengeschäft mit der Illegalität

Kim Dotcoms File-Sharing-Plattform Megaupload ging sofort nach seiner Festnahme offline. Doch in den vergangenen Jahren hat die Plattform Millionen Dollar verschlungen. Hersteller von Filmen, Software und Musik verzeichneten einen Verlust von rund 500 Millionen US-Dollar. Schmitz aber habe nicht nur für den Verlust gesorgt, sondern gleichzeitig ordentlich Gewinn gemacht. Schätzungen des FBI zufolge soll Schmitz mit seiner Plattform rund 175 Millionen US-Dollar verdient haben, indem er Urheberrechtsverletzungen zugelassen bzw. begannen hat.

Dotcom bekam es in der Vergangenheit bereits des Öfteren mit dem Gesetz zu tun. Erste Auseinandersetzungen kamen auf, als der umstrittene Unternehmer eine Verurteilung wegen Computerbetrugs und weiteren Delikten erhielt. Die Haftstrafen waren bisher jedoch kurz. Wenn seine Auslieferung an die USA stattfinden sollte, dürfte er das erste Mal eine Verurteilung samt Haftstrafe mit längerer Dauer erhalten. Wenn die nächste Anhörung stattfindet und ob Dotcom bzw. Schmitz mit seiner Berufung Erfolg verzeichnen kann, wird sich in naher Zukunft zeigen.